Eine Ampel für Gefühle
...weil alle Gefühle gute und wichtige Gefühle sind.
Manchmal ist es gar nicht so einfach zu sagen, wie es mir geht. Vielleicht fehlen mir die passenden Worte? Vielleicht möchte ich aber auch gar nicht so viel sagen? Wie können wir Kindern dabei unterstützen, wie sie sich selbst, anderen Kindern und auch Erwachsenen ohne (viele) Worte mitteilen können, wie es ihnen gerade geht?
Zum Beispiel mit einer Gefühlsampel! Grün = mir geht es gut Gelb = mir geht es mittelgut Rot = mir geht es nicht gut
Kinder im KRÄHENNEST haben die Gefühlsampel ausprobiert. Erst hat sich jedes Kind eine Muschel genommen und auf die Farbe der Gefühlsampel gelegt, die ihre/seine Stimmung zeigt. So konnte jedes Kind ohne Worte kommunizieren, wie es ihm geht. Danach wollten einige Kinder ein Bild malen, mit dem sie ausdrücken, warum es ihnen so geht. Wer wollte, konnte ihr/sein Bild und somit die eigenen Gefühle beschreiben. So lernen Kinder ihre eigenen Gefühle zu verstehen, die Gefühle der anderen und dass wir uns alle aus unterschiedlichen Gründen gut, mittelgut oder nicht gut fühlen können. Die Kinder entwickeln dadurch ihre Selbst-Kompetenzen und Sozial-Kompetenzen weiter.
Das Erkennen und Benennen von Emotionen sind wichtige Basiskompetenzen in der Entwicklung von Kindern und Voraussetzung für mehr Achtsamkeit im Alltag und Konfliktlösungskompetenz. Kinder müssen einen angemessenen sozialen Umgang erst lernen: Bei einem Streit nicht zu schlagen und Konflikte zu lösen sind Dinge, welche Kinder im Kindergartenalter bis zum Schuleintritt lernen – und lernen heißt eben auch: nicht sofort oder immer können. Oftmals vergessen wir,
- dass Lernen heißt zu Wiederholen. Die Verlässlichkeit von Regeln und Grenzen lernen Kinder dadurch, dass sie sich häufiger vergewissern, ob diese noch da sind.
- dass Kinder ihre Gefühle und Bedürfnisse sprachlich noch nicht so ausdrücken können, sondern sich eher in ihrem Verhalten ausdrücken.
- dass auch Kinder mal schlechte Tage haben (dürfen) – so wie wir Erwachsenen auch.
In herausfordernden Situationen müssen Erwachsene oft Übersetzungsarbeit leisten: Was ist eigentlich das Bedürfnis des Kindes gerade? Was ist der Grund sich so zu verhalten? Was ist der Auslöser für das Verhalten? Es ist wichtig zu wissen, dass jedes Verhalten immer einen Auslöser hat und niemals aus dem Nichts kommt.
Gemeinsam mit dem Kind in einer entspannten Situation zu besprechen und Abmachungen zu treffen, was es in emotionalen und schwierigen Situationen braucht, kann für Kind und Erwachsene Sicherheit und Struktur bedeuten und dem Kind helfen durch herausfordernde Situationen zu manövrieren. Das Kind zu begleiten und es in seinen Entwicklungsaufgaben dabei zu unterstützen, mit seinen Emotionen umgehen zu lernen, Handlungsstrategien aufzuzeigen, vorzuleben und gemeinsam zu entwickeln, ist eine tägliche und wichtige Aufgabe in der pädagogischen Arbeit mit Kindern.